Wenn Kinder Angst haben: Was Eltern tun können
Es ist Abend, das Licht ist aus, und plötzlich steht Ihr Kind wieder im Türrahmen. «Ich kann nicht schlafen, ich habe Angst.» Vielleicht zum dritten Mal diese Woche. Als Eltern möchten Sie trösten, beruhigen, die Angst einfach wegnehmen. Und gleichzeitig fragen Sie sich: Mache ich es richtig?
Angst gehört zur Entwicklung
Ängste sind bei Kindern zunächst nichts Ungewöhnliches. Je nach Alter verändern sie sich: Kleine Kinder fürchten sich vor Trennung oder Dunkelheit, ältere eher vor Fehlern, Ablehnung oder dem Urteil anderer. Angst zeigt, dass ein Kind beginnt, die Welt und ihre Unsicherheiten wahrzunehmen. Entscheidend ist weniger, ob ein Kind Angst hat, sondern wie es lernt, damit umzugehen. Und dabei spielen Eltern eine zentrale Rolle.

Was Kindern Sicherheit gibt
Die Angst ernst nehmen. Sätze wie «Da ist doch nichts» sind gut gemeint, kommen beim Kind aber oft als «Dein Gefühl ist falsch» an. Hilfreicher ist: «Ich sehe, dass du Angst hast. Ich bin da.»
Ruhig bleiben, auch innerlich. Kinder orientieren sich stark am Nervensystem ihrer Eltern. Wenn Sie selbst ruhig atmen und langsam sprechen, überträgt sich das.
Der Angst eine Form geben. Fragen Sie Ihr Kind, wie die Angst aussieht. Ist sie gross oder klein? Welche Farbe hat sie? Was würde sie mögen? Wer seine Angst zeichnen oder ihr einen Namen geben kann, steht ihr nicht mehr ganz ausgeliefert gegenüber.
Kleine Schritte statt Vermeidung. Verständlicherweise möchten Eltern ihrem Kind beängstigende Situationen ersparen. Wird Angst aber dauerhaft umgangen, wächst sie oft. Besser sind kleine, machbare Schritte: erst mit Licht im Flur, dann mit Nachtlicht, dann mit offener Tür.
Rituale schaffen. Ein fester Ablauf am Abend, ein «Mutmacher» unter dem Kissen oder ein gemeinsamer Satz vor dem Kindergarten geben Halt, weil sie vorhersehbar sind.
Wenn die Angst nicht kleiner wird
Manchmal reichen diese Schritte nicht. Hellhörig sollten Sie werden, wenn die Angst über Wochen anhält, Ihr Kind wichtige Situationen meidet (Schule, Freundschaften, Übernachtungen), wenn Schlaf oder Essen leiden oder wenn häufig Bauch- oder Kopfschmerzen auftreten. Lassen Sie körperliche Ursachen zuerst bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt abklären.
Kinder haben einen besonderen Zugang zu ihrer Fantasie. Genau diese Fähigkeit kann helfen, innere Stärke aufzubauen. Wie ich Kinder und Jugendliche dabei begleite, lesen Sie auf meiner Seite zu Hypnose für Kinder und Jugendliche in Bern.





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